Exiting the Notes App
Why I finally got on Substack.
Should I start a Substack? This question has been haunting me on and off for two or three years. I’ve repeatedly dismissed it internally: Not another side quest to procrastinate on other tasks. Not another social media platform that will soon turn into the same toxic swamp as all the others.
At the same time, I’ve noticed that I miss having a place where I can share free writing pieces, as I used to do on my blogs. When I talk to other authors about it, many are at a similar point.
When I stopped writing my column for taz in 2022 after almost seven years, I was relieved: finally, I no longer had to grind away at the same repetitive discussions, finally, I no longer had to quickly have a take on current debates, but could take my time to let a topic sink in and then address it in more detail later. Finally, I could opt out of Twitter debates because I no longer felt the need to be up to date. And I’m glad I did. In the meantime, I finished writing my second novel and published it last year, along with a few short essays and many, many notes.
And that brings me to the pitfall: since then, I have tended to ponder certain topics for so long that I become paralyzed. I work on a text for so long that I no longer believe in it and wonder who cares what I think about it anyway. It doesn’t hurt to be a little more humble about yourself and your work, but this approach has led me into a stubborn block. Pressing issues either end up in an Instagram story that disappears after 24 hours, are swept under the rug, or are discarded after a long writing process. Even when it came to assignments: I spent three months working on an essay, only to withdraw it in the middle of the editing process.
But I miss having an outlet where I can spit out takes on the internet without editorial constraints (such as length, format, publication period, and target audience). Where we can discuss things with each other on blogs like we used to. Where I can also share a few bits of information, such as:
Here are my upcoming reading dates.
And by the way, I’ve started my podcast again, even in video format, which you can listen to here.
I’m tired of social media, but I’m also up for discursive encounters. And maybe this will become a situationshop, determined by me being flaky, pushing and pulling, ghosting, and being all here again all of a sudden. We’ll see. But for now, I say: Yes!
Soll ich ein Substack starten? Diese Frage sucht mich seit zwei, drei Jahren in unregelmäßigen Abständen heim. Ich habe sie innerlich immer wieder abmoderiert: Nicht noch ein Side Quest zum Prokrastinieren anderer Aufgaben. Nicht noch ein soziales Medium, das sich bald zum gleichen toxischen Sumpf verwandeln wird wie alle anderen Plattformen.
Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass mir ein Ort fehlt, an dem ich freie Schreibstücke teilen kann, so wie ich es früher auf meinen Blogs getan habe. Wenn ich mit anderen Autor_innen darüber spreche, sind viele an einem ähnlichen Punkt.
Als ich 2022 nach fast 7 Jahren mit meiner taz-Kolumne aufgehört habe, war ich erleichtert: Endlich muss ich nicht mehr in dem Grind der sich immer wiederholenden Diskussionen die Mühle mitmahlen, endlich muss ich nicht auf schnelle Welle einen Take zu aktuellen Debatten formulieren, sondern kann mir Zeit nehmen, ein Thema sacken zu lassen und später ausführlicher darauf einzugehen. Endlich kann ich mich aus Twitter-Debatten ausklinken, weil ich nicht mehr den Anspruch habe, auf dem aktuellen Stand zu sein. Und ich bin froh, dass ich das gemacht habe. In der Zwischenzeit habe ich meinen zweiten Roman fertiggeschrieben und ihn letztes Jahr veröffentlicht, außerdem ein paar kleine Essays und viele, viele Notizen.
Und damit komme ich zum Fallstrick: Ich tendiere seitdem dazu, über manche Themen so lange zu grübeln, dass ich in eine Starre verfalle. So lange an einem Text zu schreiben, bis ich nicht mehr an ihn glaube und mich sowieso frage, wen es schon interessiert, was ich dazu zu denken habe. Es schadet nicht, ein bisschen demütiger auf sich und seine Arbeit zu blicken, aber mit dieser Herangehensweise habe ich mich in eine hartnäckige Blockade begeben. Sich aufdrängende Themen landen dann entweder in einer nach 24 Stunden verschwundenen Instagram-Story, werden unter den Teppich gekehrt oder nach langem Schreiben wieder verworfen. Selbst, wenn es sich um Aufträge handelte: An einem Essay saß ich drei Monate lang, nur um ihn mitten im Redigatsprozess wieder zurückzuziehen.
Aber ich vermisse es, ein Outlet zu bespielen, indem ohne redaktionelle Abhängigkeiten (wie Länge, Format, Erscheinungszeitraum und Zielgruppe) Takes ins Internet gespittet werden können. Wo wir wie früher auf Blogs miteinander diskutieren. Wo ich auch mal ein paar Infos ansagen kann, wie zum Beispiel:
Hier sind meine nächsten Lesetermine.
Und übrigens habe ich wieder mit meinem Podcast angefangen, sogar im Videoformat, könnt ihr euch hier anhören.
Ich bin müde von Social Media, aber ich hab auch Bock auf diskursive Begegnungen. Und vielleicht wird’s hier eine Situationship, die von Flüchtigkeit, vom Lustprinzip und von Unregelmäßigkeit bestimmt wird. Wir werden sehen. Aber erst mal sag ich: Ja!




Oha sogar zweisprachig! Welcome 👼
yesssss!!!