Bratz II Men
Transmasculine fashion & the pressure 2 be hot
(English below)
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Seit ich mich erinnern kann, habe ich meinen Körper als ein Gefängnis wahrgenommen, aus dem mich nur der passende Style befreien konnte, doch keiner der Schlüssel an meinem imaginären Karabiner – kein Look, den ich je anzog – passte ins Schloss, um das Tor in die Freiheit zu öffnen.
Oder anders gesagt: Jahre lang habe ich mich als nicht-binär, aber nicht als transmännlich identifiziert, weil die meisten Transmascs, denen ich in Berlin und überall sonst in Deutschland begegnet bin, einen Style, einen Vibe, eine Modesemiotik tragen, in deren Tradition ich mich schlichtweg nicht sehen konnte. Immer wieder habe ich gedacht: Euer Style gibt mir einen Ick, damit will ich nichts zu tun haben. Dieser Take mag vor Arroganz (und internalisierter Transfeindlichkeit) strotzen, ich weiß, und er führt einen Text an, der voller Widersprüche sein wird. Aber was wäre ein Drift in Gedanken über Style, wenn er nicht voller Ambivalenzen ist?
Abgrenzung ist ein hilfreiches Mittel, um sich selbst klarzumachen, was man nicht ist, aber es führt nicht zwangsläufig zu dem, was man ist, weil man sich manche Wege versperrt. Und es kann einsam machen. Aber was, wenn ich wirklich nicht dahin will?
Kindheit, Jugend, das skippen wir erst mal. Wir fangen nach dem queer Awakening an, so 2014, als ich mit diesem Körper – fett, rassifiziert, nicht-binär, hard femme, able-bodied – nach Berlin gezogen bin und mich in queerfeministischen Räumen bewegte. Ich habe viele tolle Menschen getroffen, Identifikation war nicht das Ziel, und sie trat selten ein. Mehrheitlich waren diese Räume weiß und bürgerlich geprägt, und ziemlich androzentrisch. Neben der modischen Dissonanz spielt der Habitus eine große Rolle in dieser Misidentifikation. Über Newsletter versandte Einladungen zum gemeinsamen Wandern in Brandenburg, Bouldern oder Drachensteigenlassen auf dem Tempelhofer Feld haben in mir nicht die Sehnsucht der Zugehörigkeit ausgelöst. Ich vermute, dass ein großer Teil dieser Zielgruppe als Kinder nicht Fernsehen durfte – oder wenn, dann nur KiKa.
In Deutschland lassen sich die transmaskulinen Prototypen von Gen X und Millennials in drei Hauptgruppen einordnen: Die H&M LOGG Normies, die tenderqueeren Tumblr-Boys und die neon Raver. Jede Gruppe hat einige Unterkategorien, wobei manche davon so spezifisch sind, dass sie eine separate Gruppe bilden könnten.
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Die erste Kategorie trägt als Kennzeichen die Farbpalette graublau, dunkelblau, grau, schwarz, also quasi das Greige des bodenständigen Mannes. Das Credo: unauffällig, praktisch, gut. Die H&M LOGG Normies können auch bei Armed Angels, Uniqlo, Jack & Jones, Decathlon oder Hugo Boss einkaufen. Die tatsächlichen Marken sind zweitrangig. Es geht mehr um das Lebensgefühl als um das Budget oder die Brand.
Wer, gerade in Deutschland, möglichst gut als (heterosexueller) cis Typ passen will, ist mit einer langweiligen und nicht zu extravaganten Garderobe gut beraten. Ein simpler Mix aus Jeans- und Cargohosen, Hoodies, Hemden und T-Shirts bietet nicht nur unendliche Kombinationsmöglichkeiten, sondern auch wenig Fashion Anxiety: einfach was drüberwerfen und auf in den Tag. LOGG, das Sublabel des Fast-Fashion-Giganten H&M, zeichnet sich durch eine Bandbreite solider Basics aus. Die Untergruppen des H&M LOGG Normies sind zum einen der Trekking-Typ mit Wanderschuhen (bevor sie cool waren), deuter-Rucksack und Multifunktionsjacken, zum anderen die etwas mehr preppy Abwandlung mit Lederschuhen, Chino-Hose und Hemden, manchmal an der Grenze zu Dandy oder Dapper (wobei das, bei genauerem Überlegen, eine eigene Kategorie verdient, aber ich habe dazu nicht viele Assoziationen, außer Black Dandyism und die weiße Version, geprägt von 50er-Jahre Butch/Femme-Kultur, dreiteiligen Anzügen, Hüten und teuren Hemdmanschetten). Klassische Namen dieses Typs sind Finn, Paul, Stef, Lukas, Luca, Alex, Felix, Tristan, Adam, Aaron, Jay oder Ben.
Eines der erleichterndsten Aspekte meiner Transition von femme to transmasc ist der viel geringere Druck, täglich einen krassen Look serven zu müssen. Klar, müssen tut ohnehin niemand, aber die Ansprüche (von Innen wie Außen) unterscheiden sich enorm. Als Femme kriegst du vor allem dann Anerkennung, wenn dein Style outside the box stattfindet, „mutig“ und „flamboyant“ ist, du krasse Nail Art trägst („Aber dann bist du Bottom, oder?“) und trotzdem darauf achtest, nicht zu traditionell feminin aufzutreten. Keine_n juckt, was du als masculine of center Person anhast. Wenn du dich gut kleidest, bekommst du Bonuspunkte, wenn du dir irgendwas anziehst, rebellierst du gegen lookistische Szene-Normen (lol). Aber gerade letzteres kann ziemlich erleichternd sein. Deshalb verurteile ich die H&M LOGG Normies nicht, ich verstehe und respektiere sie, aber mir macht diese Art der Garderobe keinen Spaß. Und Spaß ist für mich ein wesentlicher Bestandteil von Style.
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Weshalb die nächsten beiden Kategorien viel closer to home hitten, zumal sie viel queerer und alternativer gecoded sind als die erstere. Da sind zum einen die tenderqueeren Tumblr-Boys. Ob in Latz- oder Cordhosen, gemusterten Hemden oder ugly Sweatern, mit politischer Message auf dem T-Shirt oder Pins, all-black oder in Pastelltönen: Mit jugendlichem Anstrich und der Ausstrahlung einer gewissen Unschuld kommuniziert diese Gruppe – und Mode ist nun mal ein Kommunikationsmittel – an die Welt: “Uns ist wichtig, wie wir aussehen, aber wir wollen mit unserer Maskulinität nicht zu laut oder normativ auftreten.” Was erst mal kein schlechtes Anliegen ist. DIY wird hier gelebt – ob in Form selbstbedruckter Shirts, angenähter Patches, Stick’n’Poke-Tattoos, bunt gefärbten Haaren (eher pastell) oder Batik-/Bleichtextilien.
Hier unterscheiden sich die Untergruppen durch ihre subkulturellen Zugehörigkeiten, zum Beispiel eher (post-)punk bis zeckig („fashion-autonome“) mit heruntergerockten Jeanswesten, Polit-Aufnähern oder -Shirts, Doc Martens und vielen Piercings, UK-Indie mit Chelsea-Boots, Levi’s 501s und Wachsjacken, Skater mit Carhartt-Hosen und Vans Oldschool oder ein bisschen dorky in bunt zusammengewürfelten Pieces aus der Humana-Schlafanzugabteilung und Haushaltsauflösungen verstorbener Rentner_innen. Auch der College Boy fällt drunter: Crewneck-Pullis, schlichte weiße T-Shirts, straight-cut Jeans, Laufschuhe und Rolltop-Rücksäcke sorgen für einen bodenständigen und gleichzeitig stilbewussten Look, samt Integration ikonischer Codes der queer history/herstory/theirstory, etwa Karabiner-Haken oder Bandanas als Halstücher.
Umhüllt von einem Hauch von 1980er und 1990er Flair ist nicht zu übersehen, dass diese Kollegen sich für Musik, Kunst und Literatur interessieren. Oft heißen sie Noah/Noa, Tyler, Elias, Lou, Levy/Levi, Kay, Elliot, Elijah, Casper, Jasper, Ezra, Aiden, Sam oder auch mal was Herbales wie Sage. Beliebte Jungennamen mit Unisex-Option, die irgendwie immer gehen.
Ich habe an dieser Gruppe nichts auszusetzen, aber er erinnert mich an diese Floskel darüber, nicht dahin zurückkehren zu wollen, wo man hergekommen ist (auch wenn jetzt wieder 2016 ist). In den Düften bewegt man sich in botanischen Sphären (Aesop, Byredo, Le Labo, Dyptique), auch Unisex-Klassiker wie CK One oder Molekül-Parfüms sind beliebt. Wobei Parfüm immer optional ist.
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Die neon Raver finden ebenfalls abseits des Mainstreams statt: Mit einer Mischung aus Sportkleidung (Trainingsjacken, Adidas-Hosen, Wrestling-Suits, generell Trikots, Radlerhosen, fesche Sneaker, you name it), Raver-Wear (Netzhemden, Warnwesten, Bodysuits, Stulpen, baggy Cargohosen mit runterhängenden Bändern an den Taschen, Doc Martens in Sonderfarben und teilweise SM-Accessoires wie Harnesse und Choker/Collars) und edgy Haarschnitten (Farben hier eher neon als pastell, wobei Pastelltöne in der allgemeinen Farbpalette durchaus vorkommen, es gibt auf jeden Fall viele trockene Spitzen durch das viele Blondieren) sind sie nicht zu übersehen (selbst wenn die Kombi aus Warnwesten und Camouflage-Hosen mixed messages sendet). Nicht fehlen dürfen die schnellen Brillen und Cyber Sigilism Tattoos. Langweilig sein können alle anderen. Es ist dieser bestimmte Look, mit dem man in manche Clubs garantiert reinkommt und in andere auf gar keinen Fall – polarisierend, wenn man so will. In der Business-Version erinnern die neon Raver an Museumsdirektoren, mit markanten Brillen, bunten Blazern oder Hemden und Camper Lab (mäßigen) Schuhen (auf Kunstmessen vielleicht tagsüber so und bei den Partys eher mit Harness und Netz-Pieces). Jeder Fit strahlt aus: Dit is‘ Berlin (selbst, wenn wir uns in Wuppertal befinden). Auch hier gibt es einen gewissen Vibe von „jung geblieben“, wobei mir spontan mehrere Personen Ü50 einfallen, die diesen Look großartig tragen – it’s all about the attitude.
Beliebte Accessoires sind Bauchtaschen (möglichst bunte, zum Beispiel, aber nicht nur von Eastpak, North Face, Patagonia), Metallketten und sonstiger Stahlnippes aus dem Baumarkt, außerdem Weltraum- und Flammen-Print oder extravagante Stiefel (Cowboy oder Biker z.B.). Natürlich ist davon nichts exklusiv aus dieser Kategorie.
Eine der Subgruppen umfasst die Working Class Heroes (wobei sich das primär auf die Ästhetik bezieht und weniger auf die materielle Klassenzugehörigkeit): Chav-Pride (hier kommen Unterhemden, Adidas-Jogger, die Bomberjacken und Buffalo-Plateau-Sneaker als viel gefragte Pieces) trifft auf Workwear, aber nur in grellen Farben, die Vokuhilas sind bold geschnitten oder hart anrasiert (eher Joe Exotic als Roberta Colindrez) und es gibt Y2K-Referenzen wie Ed Hardy Caps. Auch Side- und Undercuts sind beliebte Frisurenelemente, wie beim Bowl Cut oder dem “Man Bun”.
Eine weitere Subgruppe lässt sich als Urban New Age beschreiben, wobei neben der klassischen Yoga- und Pilates-Kleidung, weit geschnittenen Pieces aus Leinenstoff, grenzwertig exotisierendem Global Chic, Tattoos mit spirituellen Motiven, Schmuck mit Heilsteinen, vielen Ringen und gaukleresken Schuhen (Birkenstocks, Trippen, Clarks, Vibram Five-Fingers etc.) noch ein paar Goth-Referenzen und holographische Effekte hinzukommen. Die Haarschnitte sind etwas lässiger, wie ein Wolf Cut oder alles, was welligen bis lockigen Haaren mehr Space gibt.
Die Duftpalette wird vor allem von ätherischen Ölen, Holz- und Kräuternoten bestimmt (und manchmal mit Schweiß gemischt, weil die aluminiumfreien Deos überwiegend zu schwach sind, wenn das Testo kickt).
Cosmo, Skyler, Sky, Storm, Day, Ari, Jayden, Jade, Cyrus, Sydney, Galaxy, Xavier, Liam oder Initialen wie J.T., A.J. etc. sind hier die beliebten Namen, wobei die Namenswahl und der Style nicht immer miteinander zusammenhängen, im allgemeinen Vibe aber doch ein Muster erkennbar ist.
In allen Gruppen gibt es unterschiedliche Schriftarten der Stile und auch ein breites Spektrum von Ordentlichkeit – von Adam Sandler bis Patrick Bateman. Und apropos Duft: Ein bindendes Element über alle Kategorien hinweg ist und bleibt der grüne Speick-Deo-Stick, der auch bei Lesben ungeschlagener Fan-Favorit ist (sofern man nicht eher der Typ Rexona oder Nivea ist). Das ist keine Überraschung: Unter den Öko-Deos ist es einer der wenigen, die wirklich gegen starken Schweiß ankommen und nicht lediglich zu Funk Amplyfiern verkommen.
Auch ich trage manchmal Speick-Deo, auch meine Parfüms sind in den Auflistungen dabei, einige der genannten Kleidungsstücke fand oder findet man auch in meiner Garderobe. Und trotzdem: Irgendwie nicht mein Vibe beziehungsweise: Manche Schlüssel passten ins Schloss, aber nie vollständig, irgendwas hat geklemmt.
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Seit ein paar Jahren weht noch ein anderer Wind: Die Male Bratz machen die Szenen unsicher. Hier treffen It-Boy-Y2K-Looks (vgl. Dennis Rodman, David Beckham, Lenny Kravitz, Usher, Justin Timberlake, Enrique Iglesias oder auch mal Grup Tekkan) auf schwule High-End-Fashionistas à la Brian Kinney aus “Queer as Folk” und NYC-Street-Style. Ein bisschen Prada Sport, D&G, Diesel, Oakley, Van Dutch, Telfar, Eckhaus Latta und vielleicht Jaded London (aber gut dosiert, bei einer Anhäufung dieses Stils landet man schnell in Kategorie 3) sind hier die Marken-Inspirationen – wobei auch hier die Betonung auf Inspiration liegt, es tragen nicht alle Designerkleidung, es sich kann auch um eine Fast-Fashion-Nachbildung handeln, die tatsächlichen Marken sind zweitrangig. Auch wimmelt es vor unterschiedlichen Untergruppen: Skater, Gorp-Core, Etheral, insbesondere von Schwarzen Masculinities geprägter Street Style mit weiten Schnitten und Sportmode, Office Siren, usw.
Es gibt bei den Male Bratz keine Berührungsängste mit Kosmetik; Haar- und Hautpflege sind nicht die Ausnahme von der Regel, oder Angst vor einem fotzigen Look und Faggotry in Fetzen. Das, was die Dolls im transfemininen Spektrum sind, machen die Male Bratz in dieser Bubble aus. Metrosexualität meets Looksmaxxing. Was sehr gut an Schönheitsnormen bei cis Männern anknüpft, die über Guy-Liner und Concealer weit hinausgehen und invasive Eingriffe beinhalten. Deutlich wird hier jedenfalls (mal wieder), dass Gender Dysphoria keine exklusive trans Erfahrung ist, sondern auch viele cis Menschen betrifft. Die meisten Menschen aus meinem Umfeld, die sich gender-affirming Operationen unterzogen haben, sind cis, und im Gegensatz zu den meisten trans Menschen, die ich kenne, waren es mehr als nur ein oder zwei Eingriffe. Der Körper als Gefängnis ist also keine trans Metapher, sondern eine universelle, und patriarchale, kapitalistische und neoliberale Ideologien bilden die Grundsteine seiner harten Mauern. Doch wo in den ersten drei Kategorien transmaskuline Menschen sich, überspitzt gesagt, mehrheitlich nicht mehr um Schönheit im klassischen Sinne sorgen beziehungsweise die Parameter der Schönheitsnormen sich von den eher weiblich konnotierten unterscheiden, pflegen die Male Bratz einen anderen Umgang damit. Dolls orientieren sich schließlich nicht an realistischen Ansprüchen.
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Woher kommt diese neuere Lust transmaskuliner Personen, sich Maskulinität nicht einfach anzueignen, sondern diese selbstbewusst, u.a. durch Mode und Beauty™, zu subvertieren? Vermutlich führen viele Wege hierhin. Da wäre der gesellschaftliche Fortschritt und die vermehrte Normalisierung von Transsein, nicht nur durch die Verbesserung (bei gleichzeitiger Verschlechterung) von trans Rechten, sondern auch mehr Aufklärung (vor allem online) sowie Assimilation und Repräsentationspolitiken in Medien- und Kulturprodukten (Netflix’ Quoten-Castings lassen grüßen, oder vielleicht auch nicht, weil woke ist ja jetzt over). Auch wenn auf materieller Ebene insbesondere für rassifizierte, in Armut lebende und transfeminine Personen wenig Verbesserung zu beobachten ist. Hinzu kommen jüngere Generationen, die uns cringe Millennials ablösen, was durch den Einfluss von TikTok & Co. auf schnelllebige Fashion-Trends verstärkt wird. Und die Modeindustrie ist eh froh um jene neu gewonnene Zielgruppe. Es lohnt sich aber auch, in das Aufwachsen der jüngeren Millennials und Gen Z zu schauen: Während die Gen X und ältere Millennials erst in ihrer Jugend oder als junge Erwachsene einen Alltag mit Internetzugang hatten, waren die Weiten des WWW für alle, die in den 1990ern oder später geboren sind, bestenfalls schon in der Kindheit ein Ort der Inspiration und des Austausches. Ich habe meine ersten Internetfriends nach der Grundschule geschlossen, Online-Spiele gespielt und den Speicher unseres Familienrechners mit glitzernden Tweety-GIFs gefüllt. Spiele wie Topmodel und Sims, bei denen wir puppenhafte Avatare bis ins Detail stylen konnten, oder Spielpuppen wie Bratz und 1000 Gesichter hatten analog eine ähnliche Funktion. Die toxischen Y2K-Body-Image-Jahre haben wir durch Fernsehserien, Klatsch-Zeitschriften und -Shows erfahren – die meisten von uns damals noch als Mädchen. Auch die Ära des Konzepts Metrosexualität fällt in diese Zeit. Prettyness für alle Gender sozusagen.
Eine Art des femme/puppenhaften Zugangs zur eigenen Maskulinität ist daher eine stimmige Konsequenz dieser Sozialisierung. Ob das Spaß am Styling, Kosmetik oder optimierender Körpermodifizierung bedeutet, ist dabei nicht wichtig. Als Kinder oder Jugendliche hatten wir oft nicht die Möglichkeiten, unsere eigenen Körper wie die der digitalen und analogen Puppen durchzukomponieren. Vielleicht fehlte uns das Geld, der Entscheidungsspielraum oder der „passende“ Körper. Diese Faktoren spielen selbstverständlich auch für uns als Erwachsene eine tragende Rolle, doch in den meisten Fällen gibt es von allem etwas mehr als damals, allein, weil das Mitspracherecht der Eltern ab einem gewissen Alter geringer wird.
Selbst jene Male Bratz, die einen eher alienhaften Weirdo-Look tragen, können ihn sich meistens deshalb leisten, weil ihr Canvas – also ihr Körper – allen möglichen Normen entspricht: schlank, ohne sichtbare Behinderung, unversehrt, light-skinned. Ugly in a hot way eben.
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Meine Gedanken und Beklemmungen über Mode finden zu einem interessanten gesellschaftlichen und politischen Knotenpunkt statt: Zwölf Jahre nach dem “Transgender Tipping Point” warnen Genozid-Forscher_innen vor dem frühen Stadium eines Genozids an trans, inter und nicht-binären Personen in den USA. In Deutschland wurde vor knapp zwei Jahren das Selbstbestimmungsgesetz verabschiedet und trotzdem besteht die Gefahr, dass es bald schon wieder Geschichte sein könnte. Im Gewalthilfegesetz, das die Bundesregierung Anfang 2025 verabschiedet hat, kommen trans Personen gar nicht erst vor. Die Gewalt an queeren Menschen steigt jährlich. Angesichts der wuchernden Faschisierung hagelt es an Vergleichen und Parallelen zu den 1920ern in Deutschland: ein blühendes queeres Leben kurz vor seiner Auslöschung, eine gespaltene Linke und eine Wirtschaftskrise. Plus apokalyptische Vibes aufgrund von Klimakatastrophen, Kriegen und rasender Militarisierung. Was gäbe es also dringendes als diese Art der Selbstbeschäftigung? Oder anders: Ein Gefängnis besteht aus vielen Zellen. Wenn ich die Tür meiner aufkriege, werde ich den verdammten Knast immer noch nicht verlassen haben. Aber vielleicht ist es ein Anfang.
Das Aufploppen der Male Bratz ist auf meinem Quest ein Geschenk und Fluch zugleich. Einerseits schenken sie mir Identifikationspotenzial – der Übergang von Femme zu Masc muss kein Abschied von Spaß an Mode bedeuten, ich muss meine alten Klamotten nicht komplett aussortieren, sie können trotzdem masc gestyled werden –, Kreativität und Inspiration. Und Eye-Candy, das darf man auch nicht vergessen. Andererseits verspüre ich mehr Druck, gut auszusehen, wo Masculinity und gute Looks in meiner Szene auf einmal doch ein Thing geworden sind. Dazu kommt, dass mit diesem Stil gewissen Körpernormierungen einhergehen, wir orientieren uns hier schließlich immer noch an Puppen sowie Promis und Künstler_innen aus der Zeit des Heroin-Chics. In der Praxis heißt es: Durch meine reizdarmfreundlichere Ernährungsumstellung, meinen Antidepressiva und Krafttraining verliere ich an Gewicht, und als ich merke, dass mir dies auf einmal möglich ist, befördere ich es weiter (anstatt dagegen anzuessen und keinen Verrat die Body Positivity™ zu begehen). Obwohl ich mich immer noch auf dem Spektrum des Dickseins befinde, sieht mein Körper, nun auch Post-Mastektomie, sehr viel anders aus als vor zwei Jahren noch, und damit geht ein leichterer Zugang zu nicerer Kleidung in meiner Größe einher.
Schönheitsnormen für masculine of center und transmaskuline Personen sind keine neue Entwicklung, sie finden nur in einer anderen Intensität statt – passend zum Kurs rechter Körperideale.
Die Male Bratz geben sich nicht mehr damit zufrieden, möglichst unauffällig-männlich durch den Alltag zu kommen, als unmodisch zu gelten, nach dem Motto “Gender is a Drag” so campy hypermaskulin wie es geht aufzutreten oder den Paradiesvogel spielen zu müssen, sondern prägen sie aktiv den Style-Zeitgeist. Es ist nicht so, als ob Butch- oder Masc-Looks oder schwule Codes nicht ohnehin vom hetero Fashion-Mainstream kopiert wurden und werden, doch die Inspiration durch transmaskuline Ästhetiken hat in den letzten Jahren bei cis Frauen und auch Typen (full circle moment) einen Peak erreicht. Ich denke da an Rihanna im Interview Mag Portrait: Die Frisur mit Mittelscheitel und fransigem Pony könnte ein Kurzhaarschnitt straight out of transcmasc Styling Moodboards stammen (ich hab diesen Screenshot jedenfalls damals meinem Friseur gezeigt), die gebleichten Augenbrauen, das Hemd und die Krawatte aus Leder, das dezente glossy Make-up – das ist boyfotzencore! Klar, man könnte sich auch fragen: Wo hören Tomboy- und Dyke-Ästhetiken auf, wo beginnen transmaskuline? Aber das lässt sich nicht so einfach definieren.
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Das Paradoxe ist, dass sich mit der Bürde der Maskulinität Praktiken wie Hautpflege oder ein Interesse für Mode beinahe subversiv anfühlen – als Abgrenzung an cis hetero Maskulinität, die sich durch 3-in-1-Duschgel, ungepflegte Füße und generisch-penetrante Düfte ausdrückt. Eine Maskulinität, die einen Prozess der Effeminisierung durchläuft, mundet mir besser. Wo verläuft überhaupt die Grenze zwischen Selbstfürsorge und -optimierung?
Diesem Druck der Selbstoptimierung war ich schon immer ausgesetzt – als Mädchen, als Teenager, als Femme. Nach Außen hin mag also der Eindruck einer subversiven Männlichkeit entstehen, doch es gibt keinen Bruch in meiner eigenen Praxis der Körperarbeit, die fast so alt ist wie ich selbst. Befreiung ist das nicht – aber ist es mehr Gefangenschaft als das andere?
Ausgerechnet dann neue Kapitel meiner trans Identität zu öffnen, wenn der Zeitgeist so spicy ist wie jetzt, wie in den letzten und den kommenden Jahren, lässt den Prozess anfühlen wie 25 offene Tabs und ein eingefrorenes System. Seit meiner ersten Top Surgery (ich hatte drei Jahre vor der Mastektomie eine Brustreduktion) befinde ich mich in einer ununterbrochenen Style-Krise. Aber das Schlüsselsystem habe ich verstanden; zwischen Momenten der Euphorie befinden sich lange Strecken der Orientierungslosigkeit, Lustlosigkeit und mangelnder Inspiration. Wer bin ich, was will ich tragen, wie will ich gelesen werden – keine Ahnung. Was sich gestern gut angefühlt hat, kann heute in ein “zu viel” kippen. Die Abwechslung von Instabilität und Stagnation in meinem eigenen Gender lösen in mir einen Neid auf all jene aus, die sich entlang dieser Style- und Gender-Kategorien eindeutiger wiederfinden können. Was zum einen die Herausforderung ist, um die man als nicht-binäre Person ohne klares “Gender-Ziel” nicht herum kommt, und zum anderen das Hinterherhecheln einer cis-heteronormativen Fantasie. Der klassischen Illusion, dass ein assimilierter Middle-Class-Lifestyle mit Corporate Job, Kleinfamilie, Haus und Hund erfüllender wäre, sind schon zu viele auf den Leim gegangen – was bleibt, ist Vereinzelung, die Rückkehr ins Private, Entsolidarisierung und das Aufgeben von Utopien. Das zweischneidige Schwert der Assimilation eben. (Wobei ein normativerer Lebensstil und politische Arbeit sich nicht gegenseitig ausschließen müssen, die Tendenz dahin besteht jedoch, Ausnahmen bestätigen die Regel.)
Gender als expansive und nie endende Transition ist ein Geschenk. Es macht Spaß, verschiedene Äras zu haben und sich ständig zu verändern. In den letzten Jahren fiel es mir aber schwer, einen Anker zu werfen. Wenn mein Gender im steten Wandel ist, wird es mein Kleidungsstil vielleicht auch sein – sofern ich diese beiden Aspekte so miteinander verknüpfe, wie ich es tue.
Die Sehnsucht nach Eindeutigkeit ist groß: Wie entspannt muss es sein, Koffer für Reisen zu packen, wenn ich weiß, dass ich jeden Tag die gleiche Person sein werde und die meisten meiner Kleidungsstücke zueinander passen? Beim Stillen der Konsumlust ein Gefühl für sich selbst zu haben? Ohne Style- und Genderkrise in den Tag zu starten? Einen Vornamen zu haben, von dem ich mich wirklich angesprochen fühle, und diesen in Vorstellungsrunden auch leicht über die Lippen zu bringen?
Es ist mega nice, dass die Male Bratz die drei anderen Style-Typen nun ergänzen, weil ich mit deren Zugang zu Mode sehr viel anfangen kann. Einen Bruch mit bestehenden Körpernormierungen bringen sie allerdings nicht hervor, die Ansprüche werden eher höher. . Am Ende des Tages ist Mode ein Spielfeld, auf dem man mit Selbstironie, Shade und Trial-and-Error-Durchhaltevermögen ausgerüstet sein muss, um den Spaß daran zu behalten.
Das mit den Schlüsseln habe ich aufgegeben, ich übe mich jetzt im Lockpicking, und sammle immer mehr Werkzeuge, um den Käfig zu entriegeln.
Ein großer Dank geht raus an Coco Detrow und Bär Kittelmann, ohne deren Gedanken dem Text einiges fehlen würde. <3
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For as long as I can remember, I have perceived my body as a prison from which only a good style could free me, but none of the keys on my imaginary carabiner—none of the looks I ever wore—fit the lock to open the gate to liberation.
Or to put it another way: for years, I identified as non-binary, but not as transmasculine, because most of the transmascs I encountered in Berlin and elsewhere in Germany had a style, a vibe, a fashion semiotics that I simply couldn’t see myself in. Again and again, I thought: Your style gives me an ick, and I don’t want anything to do with that. This take may be brimming with arrogance (and internalized anti-trans ressentiments), I know, and it sets the tone for a text that will be full of contradictions. But what would a drift in thoughts about style be if it weren’t full of ambivalence?
Distinction is a helpful means of clarifying to oneself what one is not, but it does not necessarily lead to what one is, because it blocks some paths. And it can make one lonely. But what if I really don’t want to go there?
Let’s skip childhood and adolescence for now. We’ll start after my queer awakening, around 2014, when I moved to Berlin with this body—fat, racialized, non-binary, hard femme, able-bodied—and started hanging out in queer-feminist spaces. I met many wonderful people, but identification was not the goal, and it rarely happened. For the most part, these spaces were white and middle-class, and quite androcentric. In addition to the fashion dissonance, habitus plays a major role in this misidentification. Invitations sent via newsletter to go hiking together in Brandenburg, bouldering, or flying kites at Tempelhofer Feld did not trigger a longing for belonging in me. I suspect that a large part of this target group was not allowed to watch television as children—or if they did, then only KiKa.
In Germany, the transmasculine prototypes of Gen X and Millennials can be divided into three main groups: the H&M LOGG normies, the tenderqueer Tumblr boys, and the neon ravers. Each group has several subcategories, some of which are so specific that they could form a separate group.
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The first category is characterized by a color palette of gray-blue, dark blue, gray, and black—basically the greige of the down-to-earth man. The credo: inconspicuous, practical, good. H&M LOGG normies can also shop at Armed Angels, Uniqlo, Jack & Jones, Decathlon, or Hugo Boss. The actual brands are not important. It’s more about the attitude to life than the budget or the brand.
Anyone who wants to fit in as well as possible as a (straight) cis guy, especially in Germany, is well advised to have a boring and not too extravagant wardrobe. A simple mix of jeans and cargo pants, hoodies, shirts, and T-shirts not only offers endless combination possibilities, but also little fashion anxiety: just throw something on and off you go. LOGG, the sub-label of fast fashion giant H&M, is characterized by a range of solid basics. The subgroups of H&M LOGG Normies are, on the one hand, the trekking type with hiking boots (before they were cool), deuter backpacks, and multifunctional jackets, and on the other hand, the slightly more preppy variation with leather shoes, chinos, and shirts, sometimes bordering on dandy or dapper (which, on closer inspection, deserves its own category, but I don’t have many associations with it except Black dandyism and the white version, characterized by 1950s butch/femme culture, three-piece suits, hats, and expensive shirt cuffs). Classic names for this type are Finn, Paul, Stef, Lukas, Luca, Alex, Felix, Tristan, Adam, Aaron, Jay, or Ben.
One of the most liberating aspects of my transition from femme to transmasc is the much less pressure to serve up a bold look every day. Of course, no one has to, but the expectations (both internal and external) are vastly different. As a femme, you get recognition especially when your style is outside the box, “bold” and “flamboyant,” you wear striking nail art (“But then you’re bottom, right?”), and still take care not to appear too traditionally feminine. No one cares what you wear as a masculine-of-center person. If you dress well, you get bonus points; if you wear anything, you’re rebelling against lookist scene norms (lol). But the latter in particular can be quite liberating. That’s why I don’t judge the H&M LOGG normies, I understand and respect them, but I don’t enjoy this kind of wardrobe. And for me, fun is an essential part of style.
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That’s why the next two categories hit much closer to home, especially since they are much more queer and alternative than the former. On the one hand, there are the tenderqueer Tumblr boys. Whether in dungarees or corduroy pants, patterned shirts or ugly sweaters, with political slogans on their T-shirts or pins, all in black or pastel shades: with a youthful look and an aura of innocence, this group communicates to the world—and fashion is, after all, a means of communication—“We care about how we look, but we don’t want to come across as too loud or normative with our masculinity.” Which is not a bad thing at first glance. DIY till we die – whether in the form of self-printed shirts, sewn-on patches, stick ‘n’ poke tattoos, colorfully dyed hair (mostly pastel) or batik/bleached textiles.
Here, the subgroups differ in terms of their subcultural affiliations, for example, more (post-)punk to grunge (“fashion-autonomous”) with worn-out denim vests, political patches or shirts, Doc Martens, and lots of piercings; UK indie with Chelsea boots, Levi’s 501s, and wax jackets; skaters with Carhartt pants and Vans Oldschool; or a bit dorky in colorful pieces from the charity shop’s pajama department and household clearances of deceased pensioners. The college boy also falls into this category: crewneck sweaters, plain white T-shirts, straight-cut jeans, running shoes, and roll-top backpacks create a down-to-earth yet style-conscious look, complete with iconic codes from queer history/herstory/theirstory, such as carabiner hooks or bandanas as neckerchiefs.
Enveloped in a touch of 1980s and 1990s flair, it’s impossible to overlook that these colleagues are interested in music, art, and literature. They are often called Noah/Noa, Tyler, Elias, Lou, Levy/Levi, Kay, Elliot, Elijah, Casper, Jasper, Ezra, Aiden, Sam, or sometimes something herbal like Sage. Popular boys’ names with unisex options that somehow always work.
I have nothing against this group, but it reminds me of that cliché about not wanting to return to where you came from (even though it’s 2016 again). In terms of fragrances, the trend is toward botanical scents (Aesop, Byredo, Le Labo, Dyptique), and unisex classics such as CK One and molecular perfumes are also popular. However, perfume is always optional.
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Neon ravers also exist outside the mainstream styles: with a mix of sportswear (tracksuits, Adidas pants, wrestling suits, jerseys in general, cycling shorts, stylish sneakers, you name it), raver wear (mesh shirts, high-visibility vests, bodysuits, leg warmers, baggy cargo pants with hanging straps on the pockets, Doc Martens in special colors, and sometimes SM accessories such as harnesses and chokers/collars) and edgy haircuts (colors here tend to be neon rather than pastel, although pastel shades do occur in the general color palette, there are definitely a lot of dry ends due to all the bleaching) they are impossible to overlook (even if the combination of high-visibility vests and camouflage pants sends mixed messages). Fast glasses and cyber sigilism tattoos are a must. Everyone else can be boring. It’s that certain look that guarantees you’ll get into some clubs and definitely not into others – polarizing, if you will. In the business version, the neon ravers resemble gallery directors, with distinctive glasses, colorful blazers or shirts, and Camper Lab (-type) shoes (perhaps like this during the day at art fairs and at parties with harnesses and mesh pieces). . Every outfit radiates: This is Berlin (even if we’re in Wuppertal). Here, too, there’s a certain “young at heart” vibe, although I can think of several people over 50 who wear this look great – it’s all about the attitude.
Popular accessories include fanny packs (preferably colorful ones, for example, but not only from Eastpak, North Face, Patagonia), metal chains and other steel trinkets from the hardware store, as well as space and flame prints or extravagant boots (cowboy or biker, for example). Of course, none of these items are exclusive to this category.
One of the subgroups includes the Working Class Heroes (whereby this refers primarily to aesthetics and less to material class affiliation): Chav pride (where undershirts, Adidas joggers, bomber jackets, and Buffalo platform sneakers are highly sought-after items) meets workwear, but only in bright colors, mullets are boldly cut or closely shaved (more Joe Exotic than Roberta Colindrez), and there are Y2K references such as Ed Hardy caps. Side and undercuts are also popular hairstyle elements, as seen in the bowl cut or the “man bun.”
Another subgroup can be described as Urban New Age, where classic yoga and Pilates clothing, loose-fitting linen pieces, borderline exotic global chic, tattoos with spiritual motifs, jewelry with healing crystals, lots of rings, and clownish shoes (Birkenstocks, Trippen, Clarks, Vibram Five-Fingers, etc.), a few goth references, and holographic effects. Haircuts are a little more casual, such as a wolf cut or anything that gives wavy to curly hair more space.
The fragrance palette is dominated by essential oils, woody and herbal notes (and sometimes mixed with sweat, because aluminum-free deodorants are mostly too weak when testosterone kicks in).
Cosmo, Skyler, Sky, Storm, Day, Ari, Jayden, Jade, Cyrus, Sydney, Galaxy, Xavier, Liam, or initials like J.T., A.J., etc. are the popular names here, although the choice of name and style are not always related, but a pattern is recognizable in the general vibe.
All groups feature different font styles and a wide range of neatness – from Adam Sandler to Patrick Bateman. And speaking of scent: one binding element across all categories is and remains the green Speick deodorant stick, which is also the undisputed fan favorite among lesbians (unless you’re more of a Rexona or Nivea type). This comes as no surprise: among eco-friendly deodorants, it is one of the few that really combats heavy perspiration and is not just a funk amplifier.
I also wear Speick deodorant sometimes, my perfumes are also included in the lists, and some of the clothes mentioned can be found in my wardrobe. And yet: somehow it’s not my vibe, or rather, some keys fit the lock, but never completely, something was stuck.
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For a few years now, there has been a change in the air: the Male Bratz are making waves on the scene. Here, Y2K it-boy looks (think Dennis Rodman, David Beckham, Lenny Kravitz, Usher, Justin Timberlake, Enrique Iglesias, or even Grup Tekkan) meet gay high-end fashionistas à la Brian Kinney from “Queer as Folk” and NYC street style. A little Prada Sport, D&G, Diesel, Oakley, Van Dutch, Telfar, Eckhaus Latta, and perhaps Jaded London (but in moderation, as too much of this style will quickly land you in category 3) are the brand inspirations here—with the emphasis on inspiration, as not everyone wears designer clothes; it can also be a fast fashion replica, with the actual brands being secondary. There are also lots of different sub-groups: skaters, gorpcore, ethereal, street style influenced by Black masculinities in particular, with loose cuts and sportswear, office sirens, etc.
Male Bratz have no reservations about cosmetics; hair and skin care are no exception to the rule, nor is there any fear of looking effeminate or faggotry. What dolls are in the transfeminine spectrum, Male Bratz are in this bubble. Metrosexuality meets looksmaxxing. This ties in very well with beauty standards for cis men, which go far beyond guy liner and concealer and include invasive procedures. In any case, it becomes clear here (once again) that gender dysphoria is not an exclusively trans experience, but also affects many cis people. Most of the people I know who have undergone gender-affirming surgery are cis, and unlike most trans people I know, it took more than just one or two procedures. So the body as a prison is not a trans metaphor, but a universal one, and patriarchal, capitalist, and neoliberal ideologies form the cornerstones of its hard walls. But while the majority of transmasculine people in the first three categories, to put it bluntly, no longer care about beauty in the classical sense, or rather, the parameters of beauty norms differ from those with more feminine connotations, Male Bratz take a different approach. After all, dolls are not based on realistic standards.
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Where does this recent desire among transmasculine individuals come from, not simply to appropriate masculinity, but to subvert it confidently, including through fashion and Beauty™? There are probably many paths that lead here. There is social progress and the increased normalization of being trans, not only through the improvement (and simultaneous deterioration) of trans rights, but also through a bigger access to information (especially online) and assimilation and representation policies in media and cultural products (Netflix’s quota castings come to mind, or maybe not, because woke is now over). Even if, on a material level, there has been little improvement, especially for those who live at the crossroads of being racialized, poor, and transfeminine. Added to this are younger generations replacing us cringe millennials, reinforced by the influence of TikTok & Co. on fast-moving fashion trends. And the fashion industry is happy to have this newly acquired target group anyway. But it’s also worth looking at how younger millennials and Gen Z grew up: while Gen X and older millennials only had access to the internet in their teens or as young adults, for those born in the 1990s or later, the vastness of the WWW was, at best, a place of inspiration and exchange from childhood onwards. I made my first internet friends after elementary school, playing online games and filling the memory of our family computer with glittery Tweety GIFs. Games like Top Model and The Sims, where we could style doll-like avatars down to the last detail, or dolls like Bratz and 1000 Faces had a similar function in the analog world. We experienced the toxic Y2K body image years through TV series, gossip magazines, and shows—most of us still girls at the time. The era of the concept of metrosexuality also falls within this period. Pretty for all genders, so to speak.
A femme/doll-like approach to one’s own masculinity is therefore a logical consequence of this socialization. Whether this means enjoying styling, cosmetics, or body modification is not important. As children or adolescents, we often did not have the opportunity to compose our own bodies like those of digital and analog dolls. Perhaps we lacked the money, the freedom to make decisions, or the “right” body. These factors naturally also play a major role for us as adults, but in most cases, we have a little more of everything than we did back then, simply because our parents’ say in the matter diminishes after a certain age.
Even those Bratz dolls who have a rather alien-like weirdo look can usually afford it because their canvas—their bodies—conforms to all kinds of norms: skinny, without visible disabilities, unblemished, light-skinned. Ugly in a hot way.
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My thoughts and anxieties about fashion are taking place at an interesting social and political juncture: twelve years after the “transgender tipping point,” genocide researchers are warning of the early stages of genocide against trans, inter, and non-binary people in the US. In Germany, the Self-Determination Act was passed just under two years ago, and yet there is a danger that it could soon be history again. Trans people are not even mentioned in the Violence Assistance Act passed by the federal government at the beginning of 2025. Violence against queer people is increasing every year. In view of rampant fascism, comparisons and parallels to the 1920s in Germany abound: a thriving queer life on the verge of extinction, a divided left, and an economic crisis. Plus apocalyptic vibes due to climate catastrophes, wars, and rampant militarization. So what could be more urgent than this kind of self-reflection? Or to put it another way: a prison consists of many cells. If I open the door to mine, I still won’t have left the damn prison. But maybe it’s a start.
The emergence of Male Bratz is both a blessing and a curse on my quest. On the one hand, they give me potential for identification—the transition from femme to masc doesn’t have to mean saying goodbye to fashion fun, I don’t have to completely sort out my old clothes, they can still be styled in a masc way—creativity, and inspiration. And eye candy, let’s not forget that. On the other hand, I feel more pressure to look good, now that masculinity and good looks have suddenly become a thing in my scene. On top of that, this style comes with certain body norms; after all, we’re still orienting ourselves towards dolls and celebrities and artists from the era of heroin chic. In practice, this means that thanks to my irritable bowel-friendly diet change, my antidepressants, and strength training, I am losing weight, and when I realize that this is suddenly possible for me, I encourage it further (instead of eating to fight it and committing no betrayal of Body Positivity™). Although I am still on the spectrum of being fat, my body, now also post-mastectomy, looks very different from what it did two years ago, and with that comes easier access to nicer clothes in my size.
Beauty standards for masculine-of-center and transmasculine people are not a new development, they just occur with a different intensity—in line with the course of right-wing body ideals.
Male Bratz are no longer content with getting through everyday life as inconspicuously masculine as possible, being considered unfashionable, acting as campy and hypermasculine as possible according to the motto “gender is a drag,” or having to play the role of a bird of paradise. Instead, they are actively shaping the style zeitgeist. It’s not as if butch or masc looks or gay codes weren’t already being copied by the heterosexual fashion mainstream, but inspiration from transmasculine aesthetics has reached a peak in recent years among cis women and also guys (full circle moment). I’m thinking of Rihanna in her Interview Mag portrait: the hairstyle with a center parting and fringed bangs could be a short haircut straight out of transcmasc styling mood boards (I showed this screenshot to my hairdresser at the time), the bleached eyebrows, the leather shirt and tie, the subtle glossy makeup – that’s bussycore! Sure, one could also ask: Where do tomboy and dyke aesthetics end and transmasculine aesthetics begin? But that’s not so easy to define.
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The paradox is that with the burden of masculinity, practices such as skincare or an interest in fashion feel almost subversive—as a departure from cis hetero masculinity, which is expressed through 3-in-1 shower gel, unkempt feet, and generic, pungent fragrances. I prefer a masculinity that is undergoing a process of effeminization. Where is the line between self-care and self-optimization?
I have always been exposed to this pressure to self-optimize—as a girl, as a teenager, as a femme. Outwardly, this may give the impression of subversive masculinity, but there is no break in my own practice of bodywork, which is almost as old as I am. It’s not liberation – but is it more imprisonment than the other?
Opening new chapters in my trans identity at a time when the zeitgeist is as spicy as it is now, as it has been in recent years and will be in the years to come, makes the process feel like having 25 open tabs and a frozen system. Since my first top surgery (I had a breast reduction three years before the mastectomy), I have been in a constant style crisis. But I have understood the key system; between moments of euphoria are long stretches of disorientation,and lack of both enthusiasm and inspiration. Who am I, what do I want to wear, how do I want to be read—I have no idea. What felt good yesterday can tip over into “too much” today. The alternation between instability and stagnation in my own gender triggers envy in me towards all those who can identify more clearly with these style and gender categories. On the one hand, this is the challenge that cannot be avoided as a non-binary person without a clear “gender goal,” and on the other hand, it is the pursuit of a cis-heteronormative fantasy. Too many people have already fallen for the classic illusion that an assimilated middle-class lifestyle with a corporate job, a small family, a house, and a dog would be more fulfilling—what remains is isolation, a return to the private sphere, a loss of solidarity, and the abandonment of utopias. The double-edged sword of assimilation, in other words.
Gender as an expansive and never-ending transition is a gift. It’s fun to have different eras and to be constantly changing. In recent years, however, I’ve found it difficult to drop anchor. If my gender is constantly changing, perhaps my clothing style will be too—if I link these two aspects together as I do.
The longing for clarity is great: how relaxing must it be to pack a suitcase for travel when I know that I will be the same person every day and that most of my clothes will match? To have a sense of self while satisfying my desire to consume? To start the day without a style or gender crisis? To have a first name that I really feel comfortable with and that is easy to say when introducing myself?
It’s really cool that the Male Bratz now complement the three other style types, because I can really relate to their approach to fashion. However, they don’t break with existing body norms; if anything, the standards are getting higher. At the end of the day, fashion is a playing field where you have to be equipped with self-irony, shade, and trial-and-error perseverance to keep enjoying it.
I’ve given up on the keys, I’m now practicing lockpicking, and collecting more and more tools to unlock the cage.
Thank you Coco Detrow and Bär Kittelmann for your thoughts and feedback which made the writing process so much richer.



